Die 10 häufigsten Notfälle in der Zahnarztpraxis – und wie Teams richtig reagieren.
- PKNM
- 1. März
- 2 Min. Lesezeit

Notfälle in der Zahnarztpraxis treten selten auf – aber wenn sie passieren, zählt jede Sekunde. Gut trainierte Teams, klare Abläufe und regelmäßige Notfalltrainings sind entscheidend, um Patient:innen sicher zu versorgen und Risiken zu minimieren.In diesem Artikel zeigen wir die 10 häufigsten Notfälle in Zahnarztpraxen und erklären, wie Praxisteams schnell, strukturiert und professionell reagieren können.
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Damit Ihr Team in kritischen Situationen schneller handeln kann, stellen wir Ihnen unsere praxisbewährten Notfall-Checklisten kostenlos zur Verfügung.
1. Kreislaufkollaps / Synkope
Der Klassiker in vielen Praxen: Stress, Angst oder Schmerz führen zu kurzem Bewusstseinsverlust.
Erkennen: blasse Haut, Schwindel, Übelkeit, Schweiß, langsamer Puls.
Maßnahmen:
Beine hochlagern
Enge Kleidung lösen
Frischluftzufuhr
Vitalzeichen prüfen
Bei fehlender Besserung: Notruf 112
2. Hyperventilation
Oft ausgelöst durch Angst oder Panik und vor allem bei jungen Patient:innen.
Erkennen: schnelle Atmung, Kribbeln, Muskelkrämpfe.
Maßnahmen:
Beruhigen
Ruhiges Atmen anleiten
Lippenbremse (ausatmen gegen leichte Spannung)
Keine Tüte über den Mund geben!
3. Herz-Kreislauf-Störungen / Brustschmerzen
Selten, aber hochgefährlich.
Erkennen: Druckgefühl im Brustkorb, Ausstrahlung in Arm/Kiefer, Atemnot.
Maßnahmen:
SOFORT 112
Patient aufrecht lagern
Enge Kleidung lösen
Vitalzeichen überwachen
AED bereitstellen
4. Allergische Reaktionen / Anaphylaxie
Kann durch Lokalanästhetika, Latex oder Medikamente ausgelöst werden.
Erkennen: Hautausschlag, Atemnot, Schwellungen, Blutdruckabfall.
Maßnahmen:
Allergieanamnese checken
Antihistaminika/Steroide bereitstellen
Bei Anaphylaxie: Adrenalin-Autoinjektor
Notruf 112
5. Asthma-Anfall
Auch bei bekannten Fällen schnell gefährlich.
Maßnahmen:
Patient aufrecht
Inhalator einsetzen lassen
Sauerstoffgabe
Bei Verschlechterung: Notruf 112
6. Hypoglykämie (Unterzuckerung)
Besonders bei Diabetikern – Stress + Nahrungskarenz = Risiko.
Erkennen: Zittern, Schwitzen, Unruhe, Verwirrtheit.
Maßnahmen:
Glucose oral (Saft, Gel)
Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage + 112
7. Krampfanfall / Epilepsie
Wichtig: Ruhe und Schutz.
Maßnahmen:
Nicht festhalten!
Umgebung sichern
Kopf polstern
Nach dem Anfall stabilisieren
Bei erstem Anfall oder >5 Minuten: 112
8. Atemstillstand
Selten, aber absolut kritisch.
Maßnahmen:
Atem prüfen
Keine Atmung → Herz-Lungen-Wiederbelebung 30:2
AED einsetzen
112 rufen
9. Blutungen / Nachblutungen
Gerade nach chirurgischen Eingriffen.
Maßnahmen:
Druck auf Wunde (Kompressen)
Adrenalingetränkte Tamponade
Vitalzeichen prüfen
Bei Störung der Gerinnung: Überweisung/112
10. Lokalanästhetika-Intoxikation (LA-Tox)
Extrem selten, aber potenziell lebensbedrohlich.
Erkennen: Kribbeln, Unruhe, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen.
Maßnahmen:
Behandlung stoppen
Sauerstoff
Notruf
Lipidtherapie (falls verfügbar)
Warum regelmäßiges Notfalltraining so wichtig ist
Gut trainierte Teams handeln schneller
müssen weniger improvisieren
und reduzieren Komplikationen deutlich
Notfalltrainings stärken außerdem:
Teamkommunikation
Rollenverteilung
Sicherheit im Umgang mit AED und Notfallkoffer
Ablaufstabilität im Echtfall
Gemeinsam besser vorbereitet im Ernstfall
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Unsere Notfalltrainings für Zahnarztpraxen verbinden Simulation, Teamkommunikation und AED-Management zu einem realistischen Trainingskonzept.
Wir freuen uns auf Sie!



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